Fauna

Es gibt keine natürliche Barriere warum eine Tierart in Fischbiel nicht auch im Lötschental oder noch weiter weg zu finden sein sollte.  Aber hier wollen wir uns trotzdem beschränken auf Beobachtungen zwischen Milibach und Tännbach. Als Grundlage dient wieder "Das Buch von Fischbiel" von Carl Stäubli. 

Hier geht es direkt zu den   SchmetterlingenReptilien VögelSäugetieren.

D A S   B U C H  V O N   F I S C H B I E L 

Schmetterlingen

 Für den Insektenkenner bietet Fischbiel ein interessantes Beobachtungsfeld. Vor zwanzig Jahren stand ein grosser Ameisenhaufen neben der Treppe zum Treimadeggu Stall. Als wir den Stall umbauten, wurde es den Waldklammern ungemütlich und sie verlegten ihren Bau um 50 Meter, wo sie dreimal vom Grünspecht geplündert wurden. Das Ameisenvolk floh hierauf in meinen Schittstock, von wo es nach einer längeren Heizperiode ins friedliche GefiIde von Dominik Betschard zog.

Über die in der Gegend vorkommenden Schmetterlinge berichtet Hans Trüssel. Dem Fotografen Heini Stuckige gelangen einige sehr gute Aufnahmen. Heini Stucki machte mich darauf aufmerksam, dass alle drei in der Schweiz vorkommenden ApolIoarten bei uns beobachtet werden können. Im Frühsommer fliegt auf Flüemad und Treimad der etwas plumpe Schwarze Apollo (Parnassius mneomosyne). Er ist im Lötschental häufig, in Deutschland aber schon ausgestorben. Als Futterpflanze für die Raupe spielt der Lerchensporn eine grosse Rolle. Etwas später fliegt am oberen MiIibach der sehr lebhafte und schwer im Bild festzuhaltende Alpenapollo (Parnassius phoebus). Heini Stucki gelang die Aufnahme eines nach Schneefall noch unterkühlten Falters. Die Futterpflanze ist der Bewimperte Steinbrech (Saxifrage aizoides). Der Grosse Apollo (Parnassius apollo) ist im Lötschental häufig, besonders dort, wo seine Futterpflanze, der Weisse Mauerpfeffer (Sedum album) wächst. Im Sommer sieht man ihn an der Halde unterhalb der Kapelle "Maria am Weg" fliegen. Bei starkem Aufwind konnte ich ihn auch schon in Fischbiel beobachten. Steige ich im Frühsommer zum Treimadeggu-Stall auf, fliegt mir ein Distelfalter (Cynthia cardui) entgegen. Als Wanderfalter fliegt er jedes Jahr ab April aus dem südlichen Europa zu uns ein. Es scheint, dass der Duft des Menschen dem Distelfalter angenehm ist und nicht wie beiden meisten einheimischen Wildtieren eine Alarmreaktion auslöst. Manchmal setzt er sich auch neben mich auf den Liegestuhl. Nach einigen Tagen hat er sich von seinem Flug über die Alpen erholt.

 Die Raupen der Schmetterlinge sind sehr "gschnäderfrässig". Sie gedeihen meist nur auf einer oder einigen wenigen Pflanzenarten. Ohne Brennessel wird zum Beispiel der muntere, bunte Kleine Fuchs (Aglais urticae) rar , ohne Sauerampfer gibt es keine leuchtend orange gefärbten Dukatenfalter (Lycaena virgaureae). Der ausgewachsene Schmetterling ernährt sich vom Nektar verschiedener Blumen. Gute "Honigblumen" sind zum Beispiel Löwenzahn, Skabiose, Weideröschen, Dost und Disteln. Der Insektenfreund pflanzt mit Vorliebe einige Knollen des Mannstreus (Eryngium alpinum). Im Spätsommer weiden auf der Blüte die mannigfaltigsten Insekten in Frieden zusammen: Hummeln, Wespen, Dukatenfalter. Der Beobachter wird von den sich eifrig am Nektar labenden Insekten kaum wahrgenommen. Heini Stucki übergab mir noch Aufnahmen von zwei komischen Käuzen: Der Bienenschwärmer gehört wie die Widderchen zu den tagaktiven Nachtfaltern. Um sich vor Feinden zu schützen, hat er sich das Kleid einer Biene angezogen. Die Aufnahme stammt vom Kalkfelsen mit den Kugelblumen. Die Schmetterlingshaft (Ascalaphus Iibelloides) ist kein Schmetterling sondern gehört wie die Florfliegen und Ameisenjungfern zur Ordnung der Netzflügler. Sie lebt ausschliesslich auf Trockenwiesen und ernährt sich von Insekten bis Schmetterlingsgrösse. Die Aufnahme stammt von der Sonnenhalde an der Strasse durch den Baan kurz vor der Flüemadbrücke.

Idas Blauling

 Lycaeides idas

 Kleiner Ampferfeuerfalter

 Lycaena hippothoe ssp. eurydame

 Grosser Perlmutterfalter

 Mesoacidalia aglja

 SiIbergrüner Bläuling

 Lysandra coridon

Dukatenfalter

 Lycaena virgaureae

Gletscherfalter

 Oeneis glacialis

 Raupe des WolfsmiIchschwarmers

 Hyles euphorbiae

 SiIberfleckeule

Phytometra bractea

 

Das buch von Fischbiel

Amphibien und Reptilien

 Für die meisten Amphibien ist das Lötschental zu trocken. Der wohl einzige Vertreter ist der Grasfrosch. Das nächstgelegene Laichgewässer ist das kleine Moor bei Netzbord. Eine grosse Population beherbergt der Schwarzsee und seine Umgebung. Eingesetzte Forellen lassen im grossen See indessen praktisch keine Kaulquappen bis zur Metamorphose aufkommen. Diese überleben nur im kleinen, fischfreien Flachsee nebenan. Anders als im Unterland sind die Frösche den ganzen Sommer im Wasser. Von den anwesenden ReptiIien ist vorab die Viper häufig. Wir überraschen sie in Ställen, Suonen und Steinhaufen. (Bild: fotografiert in Fischbiel April 2022 - Kim Neijt)

Ein besonderes Erlebnis: Es war im frühen November, bei prächtigem Sonnenschein, nachdem es einige Tage geschneit hatte. Die Strasse zum Kehrplatz war noch schneebedeckt, während seitliche Borde aper (schneefrei) in der Sonne dampften. Rasch schlängelte sich eine grössere Viper vom aperen Bord auf die Strasse. Auf dem Schnee verlor das wechselwarme Tier an Wärme und schlich langsam darüber. Wären wir mutig gewesen, hätten wir die Schlange berühren können. Kaum war sie wieder auf aperem, warmen Boden angelangt, verschwand sie blitz schnell. Eidechsen sieht man seltener. Im Moor bei Netzbord lebt die Bergeidechse. 

das Buch von Fischbiel

Vögel

 Bartgeier

 1887 ging im Lötschental der letzte in der Schweiz lebende Bartgeier an einem vergifteten Fuchsköder zugrunde. Es handelte sich um ein greises Weibchen , "s alt Wyb" genannt. Ihr Lebensgefährte war schon Jahre zuvor einer Kugel erlegen und ausgestopft in der Präparatensammlung des Königs von Bayern gelandet. "S alt Wyb" überlebte ihn um ein Vierteljahrundert. Sein Stopf-Präparat steht heute im Naturmuseum von Lausanne. Der letzte Brutplatz dieses Paars ist vom Bahnhof Goppenstein aus gut zu sehen. Er befand sich in der rötIich gefärbten Felswand auf der Iinken Talseite. Nachdem in den letzten Jahren in den Savoyer Alpen etliche Jungvögel ausgesetzt worden sind, streicht der Bartgeier heute auch wieder durch den WalIiser Luftraum (Bild :  Kim Neijt - Fischbiel Sommer 2025).

 Steinadler und Turmfalke

 Der Steinadler ist ständiger Brutvogel im Lötschental. Man sieht ihn zu jeder Jahreszeit, vor allem am späten Morgen, wenn die Sonne die Nordwestflanke des Tals bescheint und die Thermik hier für günstige Flugbedingungen sorgt.   (Bild: Kim Neijt)

Eine regelmässige Erscheinung in der Umgebung von Fischbiel ist der Turmfalke. Ein Brutplatz befindet sich vermutlich am Spalihorn. Einen Habicht sah ich hingegen erst einmal beim Abstieg nach Ried im halboffenen Gelände.

Gänsegeier

Der Gänsegeier ist eine seltene Gast im Lötschental. Vogelwarte Schweiz schreibt dazu: Hierzulande ist der Gänsegeier ein Nahrungsgast, aber kein Brutvogel. Sein Auftreten beschränkt sich hauptsächlich auf die Zeit von April bis Oktober. Es handelt sich dabei um Vögel, die nicht brüten und über sehr weite Distanzen herumstreifen. (Bild: Kim Neijt, Sept 2023).

 Das Birkhuhn ist im Bereich der Waldgrenze verbreitet. Die nächsten Balzplätze Iiegen in Lawinenrunsen hinter der Weritzalp, auf Kuppen an der Waldgrenze im Gebiet Seeflie und Seewlin. Die grösste bisher in der Hochbalzzeit im Maiangetroffene Balzgruppe umfasste fünf Hähne. Eine Herbstbalz findet praktisch nicht statt. Die Fischbiel am nähesten gelegenen Wintereinstände befinden sich im Wald unterhalb Steinegga. Einst war auch Fischbiel ein Balzplatz.   

Schneehuhn

Das Schneehuhn sieht man im Frühling gelegentlich recht weit unten im Gebiet Glauwina oberhalb der Alpstrasse nach Weritzstafel, vor allem aber in der Umgebung des Spalihorns. Nach der Brutzeit steigen die Hühner dann aufwärts und sind im Spätsommer bis hinauf zur Firngrenze anzutreffen. In den ersten Jahren nach Eröffnung des oberen Skilifts, der mittlerweile durch einen Sessellift ersetzt worden ist, sah man gelegentlich bei Abfahrten Schneehühner, ebenso im MiIibachtobel. Diese Wintereinstände musste das Schneehuhn aufgeben. (Aus dem Dreier-Sesselbahn sind im Winter mit etwas Glück immer noch Schneehühner zu beobachten) Vor Jahren flog ein prächtiger Schneehahn auf den Giebel von unserem Nachbarhaus. In seinem Sommerkleid, einer unigrauen Weste und schneeweissen Hosen und Schwingen sowie den zinnoberroten Augenfedern sah er sehr gediegen aus. Er Iiess uns Zeit, ihn zu bewundern und flog dann im Gleitflug bis zu den Altamatten.

Am gleichen Haus sah ich bei einem aufziehenden Unwetter einmal zwei Schwalben, die sich an das Mauerwerk klammerten. Als sie mich erblickten flogen sie drohend auf mich zu, drehte sich knapp vor mir ab und segelten in die Altamatten. Es waren Felsenschwalben

 Steinhuhn

 Am 6.6. 92 entdeckte ich gegen Abend erstmals ein Steinhuhn in der Umgebung von Fischbiel: es sass unbeweglich auf einer Krete in der Gegend von Ritzmad und war vom Weg aus sichtbar. Zwei Tage danach beobachtete ich im Gebiet Seewlin am späten Morgen zwei Steinhühner im bodennahen Abwärtsflug sowie kurz darauf eines auf einem Fels an der Krete Stalpflie sitzend. Eine erneute Beobachtung in der gleichen Region erfolgte an Pfingsten 1994. Die Steinhuhnbestände haben in den letzten Jahren in den ganzen Alpen eher wieder zugenommen.

 Den Kuckuck hört man vor allem im Bergfrühling regelmässig rufen. Sicht -Beobachtungen auch von paarweise herumfliegenden Vögeln sind am ehesten möglich in den frühen Morgenstunden im Bereich der Waldgrenze. 

Bricht man im Frühling noch vor der Dämmerung auf, ist der Waldkauz manchmal die erste Art, die sich bemerkbar macht. 

Der Mauersegler jagt im ganzen Tal, in den Dörfern bis in Gebieten über der Waldgrenze. Anfang der neunziger Jahre beobachtete der Wildhüter WiIly Rieder auf Fischbiel einen Wiedehopf auf dem Durchzug. 

Von den Spechten wird man am häufigsten den Grünspecht hören und sehen, vorab im aufgelockerten Wald aber gelegentlich auch in der Nähe der Chalets. Eher unauffälliger ist in den Wäldern bei Fischbiel der Buntspecht: Man hört ihn viel seltener trommeln als in den Niederungen. Gelegentlich begegnet man einem Schwarzspecht oder vernimmt seinen charakteristischen Pfiff. 

Die Feldlerche ist an der Südostflanke des Lötschentals oberhalb der Waldgrenze sehr verbreitet. Sie brütet in den Wiesen der Lauchernalp und von Fischbiel, auch im Hang östlich des Hauses. Die Schwalben sind durch die hier häufig zu sehende Mehlschwalbe und die Felsenschwalbe vertreten. Von letzterer Art brütet ein Paar am Spalihorn auf 2380 2400 M. ü. M. Diese Höhe eines Brutplatzes ist bemerkenswert für die Schweiz. Erstmals beobachtete ich ein Paar im Juli1992 im Couloir des Spalihorns. Sie flogen aufgeregt kreisend und rufend herum, setzten sich dann wieder auf eine Felsnische, von wo aus sie plötzlich direkt auf mich zuflogen, knapp über meinen Kopf hin weg. Dabei liessen sie ihren harten Ruf vernehmen. Diesen Scheinangriff wiederholten sie noch zweimalaus dem Flug. Anscheinend war ich dem Nest zu nahe gekommen. 

Zum Bergfrühling gehören die Singfltige des sehr häufigen Wasserpiepers über den ausapernden, nassen Bergmatten. Ebenfalls häufig ist der Baumpieper, ein überall zu hörender, ausdauernder Sänger. Er landet nach dem Singflug meist auf einem Baum, gelegentlich auch auf der Lärche gleich oberhalb des Bassins beim Haus. Die Bachstelze kommt zum Beispiel zwischen den Häusern von Weritzstafel vor. Im Milibach, auf 2' 400 M. u. M. , traf ich im Oktober mal auf eine Wasseramsel, die hier oben aber sicher nicht brütet. Häufig ist die Alpenbraunelle. Ihre Singfltige sind auch über den Blockfeldern oberhalb des Spalihorns zu beobachten. Im Winter kommt sie regelmässig zur Futter suche auf den Balkon. 

Die Gesänge von Zaunkönig und Rotkehlchen ertönen überall in den Wäldern unterhalb Fischbiel. Sehr häufig und bis hinauf an die Vegetationsgrenze verbreitet ist der Hausrotschwanz. Das Braunkehlchen gehört im Frühling zu den auffälIigsten Vogelarten. Viele Reviere hat es vorab in den gemähten Wiesen zwischen Netzbord und der Alpstrasse nach Weritzstafel. Regelmässig singt ein Braunkehlchen auch auf den neu gepflanzten Bäumen neben dem Haus. Eine regelmässige Erscheinung der Blockfelder ist der Steinschmätzer. Man sieht ihn im Frühling auch in den noch schneebedeckten Bergmatten und GerölIhaIden weit oberhalb der Waldgrenze herumfliegen. 

Der Steinrötel gehört zu den ornithologischen Besonderheiten des Lötschentals. Er ist oberhalb der Waldgrenze nicht selten und gelegentlich auch gleich neben dem Haus zu sehen. Die Ringdrossel ersetzt im Bergwald die in den Wäldern des Unterlands dominierende Amsel, die in der Umgebung von Fischbiel nicht oder nur vereinzelt vor kommt. Die Brutgebiete der beiden Arten überschneiden sich kaum. Die andere hier recht zahlreich lebende Drosselart ist die Wachholderdrossel. Das Lied der Gartengrasmücke ist aus Weidengebüschen, etwa am MiIibach oder Gehölzen in den Wiesen und Weiden bei Ried zu hören. Blaumeise, Kohlmeise, Tannenmeise, Weidenmeise, Haubenmeise sind alle häufig und auch winters in den Lärchen rund um Fischbiel zu sehen. Einen Kleiber hingegen habe ich hier noch nie bemerkt. 

Der hier vertretene Baumläufer ist der Waldbaumläufer. Auch der Mauerläufer ist schon beim Haus aufgetaucht. Er brütet wohl in den Felsen oberhalb der Baumgrenze , lebt aber diskret und ist selten zu sehen. 1993 brütete ein Neuntöter erfolgreich auf Fischbiel Alt und Jungvogel waren häufig auf Gebüschen und Hochstauden unterhalb des Bassins, im Hang östlich davon oder beim Garagedach zu sehen. Den Eichelhäher sieht man regelmässig im Wald, der Tannenhäher kommt hingegen mangels grosser Arvenbestände auf der rechten Talseite nur vereinzelt vor. Aber er hat schon Zapfen der beim Haus gepflanzten Arven geholt. Alpendohlen suchen im Schwarm täglich die Chalet Siedlung nach Futter ab. Ein Paar Kolkraben brütet am Spalihorn.   Buchfinke gibt es überall, ebenso den Girlitz, dessen scherbelnder Gesang auch aus den Bäumen neben dem Haus ertönt. Zitronenzeisige tummeln sich im Weidengebüsch , zum Beispielan der Alpstrasse nach Wer itzstafel. Häu fig ist der Birkenzeisig, auch er hockt manchmalim "Privatwald" beim Haus. Auf höchsten Wipfeln im Wald sitzt manchmalein Dompfaff. Der Bluthänfling ist eher im halboffenen Land auf Einzelbäumen sitzend zu sehen , oder im Bereich der Waldgrenze. In Zapfenjahren streifen Schwärme des Kreuzschnabels durch die Gegend und machen besonders im Winter gelegentlich auch halt auf Bäumen neben dem Haus. Den Gesang der Goldammer hört man eher weiter unten im Tal, zum Beispielin der Wiesen , Busch und Hecken landschaft beiWyssried. Der Schneefink ist oberhalb Fischbiel nur vereinzelt zu sehen (einmal beim Spalihorn auf 2 '400 M. ü. M.), doch trifft man ihn regelmässig zum Beispielam Ferdenpass. Willy Rieder berichtet von grossen Schwärmen, die er im Ferdentälchen beobachtet hat. (Die Liste ist unvolIständig: Erwähnt sind abgesehen vom Bartgeier nur die seit 1989 in der weiteren Umgebung von Fischbiel festgestelIten Arten).

Ein buschiges Wäldchen und eine gemächlich fliessende Suon verhelfen dem Beobachter oft zu unerwarteten Begegnungen: An einem Herbstmorgen Iiess sich ein vor überziehender Drosselschwarm mit über 50 Vögeln am kleinen Tümpelder Treimadsuon nieder. Es handelte sich um verschiedene Drosselarten, dem sich 12 Buchfinke an geschlossen hatten. Sie tummelten sich im Wasser. Auf dem Wipfeleiner kleinen Lärche sass der Wächter. Nach einer längeren Verschnaufpause gab der Wächter ein Zei chen: der ganze Schwarm flatterte hoch und zog weiter nach Süden. Interessant ist es auch, das Rabenpaar vom Spalihorn zu beobachten. Einmalhörte ich einen Raben gequält krächzen. Er wurde von einem Dohlenschwarm verfolgt. Die Dohlen stiessen von allen Seiten auf den grossen Vogel. Mit kräftigen Flügelschlägen arbeitete er sich hoch, bis er rund 50 Meter über dem Schwarm fliegen konnte. Dann sauste er im Sturzflug auf die zerstieben den Dohlen hinunter und flog ruhig weiter. Es schneite ruhig in grossen Flocken. Wir beobachte ten durch das StalIfenster den Flüemadwang. Da flog ein Rabe hoch in den Flüemadwang ein, landete und Iiess sich seitlich den Hang hinunterkugeln. Unten angelangt flog er wieder zum Startplatz hinauf und das Spielbe gann von neuem. Sein Partner geselIte sich ihm zu und nun kugelten sie bis wir sie wegen des dichten Schnee falls nicht mehr sehen konnten. Kürzlich fand ich im "NationalGeographic" ein Foto eines Raben, der spiele risch den Schnee hinunter rutschte.   An einem Spätsommertag, nachdem drei Zentimeter Schnee gefallen waren, streute ich meiner Meisenschar eine Handvoll Nusskerne. Die Freude der Meisen dauerte drei Minuten. Dann verdunkelte sich das Fenster und die Meisen stoben nach allen Richtungen auseinander. Ein Rabe sass auf dem Balkontisch und am Balkongeländer hatten sich zwei Eichelhäher festgekrallt. Der Rabe muss aus grosser Höhe auf die Nusskerne pickenden Meisen aufmerksam geworden sein. Nachdem die Rabenvögel die grossen Kernstücke gefressen hatten, flogen sie wieder davon und überliessen die Kernbröckelchen den Meisen.   Vor Jahren fuhr ich im Frühling in einer dichten Nebelbank vom Berghaus gegen den MiIibach hinunter. Am Alpwang hatte sich eine Thermik, das he isst eine auf steigende Warmluftströmung gebiIdet, welche ein grosses Loch in den Nebelriss. Diese Thermik benutzte ein Deltaflieger, um Höhe zu gewinnen. über ihm drehte das Rabenpaar seine Kreise und ganz in der Höhe sah ich einen von der Sonne beschienenen Adler segeln. Alle benutzten dieselbe Thermik.

D A S   B U C H  V O N   F I S C H B I E L   

Säugetieren

 Das Lötschental ist wiIdreich, die Bestände der meisten WiIdarten haben in den letzten Jahren bis Jahrzehnten zugenommen, was vermutlich in erster Linie auf das Verschwinden der einst verbreiteten WiIderei zurückzuführen ist. Feldhase und Schneehase kommen bei Fischbiel zusammen vor und sind manchmal auch tagsüber aktiv. Murmeltiere besiedeln die Blockfelder zwischen Fischbiel bis zum Tellital praktisch flächendeckend, ebenso das MiIibachtal. Die höchstgelegenen Vorkommen beim Spalihorn befinden sich auf 2' 500 M. u. M.. Gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen bei Netzbord. Der ganze Hang bis hinauf zur Alpstrasse nach Weritzstafel ist besiedelt. Neuerdings sieht man Murmeltiere gar in der Nähe der Chalets von Fischbiel (Beispiel: 21.5.94, 17 Uhr, ein Murmeltier Iiegend auf einem Felsblock unterhalb Wegkurve nach Weritstafel). Rehe sind in den Wäldern häufig, wenn auch im Winter auf Fütterung angewiesen. Ab Frühling sieht man sie gelegentlich auch weit oberhalb der Waldgrenze (Beispiel 7.6.92 zwei Rehböcke oberhalb RotsMoos auf 2060 M.ü.M.). Neuerdings besiedeln auch Hirsche vom Nordhang des Rhônetals her das Lötschental. Gemsen sieht man oft in der Gegend Ritzmad, Chumme Seeflie, Stalpflie hinter der Weritzalp sowie von Stalpflie aus am Gegenhang des Tellitals. Unterhalb des Spalihorns führt ein vielbenutzter Wechseldurch. Die nächsten Vorkommen des Steinbocks befinden sich am Spalihorn, wo manchmal grössere Rudel zu sehen sind. Im Herbst 1992 wanderten Wildschweine ins Lötschental ein. Bei Netzbord pflügte ein Schwein eine grössere Wiesenfläche um. Ein Keiler wurde erlegt. Häufiger geworden ist in den letzten Jahren der Fuchs. Anders als im Unterland kann man ihn hier oben an ruhigen Tagen auch tagsüber bis spät in den Morgen oder am späteren Nachmittag beobachten. (Sommer 2024 wurden mehrmals junge Füchse beobachtet entlang der Strasse von Wiler nach Fischbiel. Im Frühling 2025 hatte ein Fuchs sich ein Bau an der Altenmattenstrasse eingerichtet. Der Fuchs ist sicherlich in Fischbiel längst daheim).   Seltener sieht man den Hermelin. Der Steinmarder pflanzt sich gelegentlich in den Häuschen von Fischbiel fort. Im Spätsommer 1985 erschien eine vierköpfige Steinmarderfamilie in zwei Nächten hintereinander nach 10 Uhr nachts auf dem Balkon. Die Tiere spielten da Minuten lang und zeigten keine grosse Scheu. Für Aufregung im Tal sorgte Mitte der achtziger Jahre ein im Winter im Tal aufkreuzender Luchs. Er riss innert weniger Monate mehr als zwei Dutzend Huftiere, vorab Rehe, die im hohen Schnee extrem fluchtbehindert sind und sich zudem ganztags in unmittelbarer Nähe der Futterkrippen aufhielten. Er wurde noch im selben Winter bei einem Riss abgeschossen.

Im unordentlich hingeworfenen Haufen von altem Holz, der den Stall vor starkem Schneedruck schützt , hauste über Jahre ein Hermelin. Kurz vor Weihnachten hatten wir den Stall bezogen. Am Morgen zeichnete sich auf der Fensterbank eine Urinspur des Hermelins ab. Wir legten ein grosses Stück Speck auf die Fensterbank, und tatsächlich konnten wir am nächsten Morgen früh durch das Fenster geschützt dem Hermelin aus einem Meter Entfernung in die wiIden Augen blicken. Er erschien in diesen Tagen noch viermal Nach Neuschnee vor Weihnachten sieht Fischbiel wie ein Lesebuch für Wildtiere aus: Hasen, Füchse, etwas seltener das Hermelin, dafür aber um jede Scheune die feinen Spuren des Mauswiesels. Selten einmalfindet man auf einer Wiese eine frisch gegrabene, rund 30 cm tiefe, blind endende Höhle: Ein Dachs hat das honigreiche Nest von Erdhummeln ausgegraben. Gesehen habe ich den Dachs jedoch hier oben noch nie, auch keine Spuren von ihm.   Früher, als noch mehrere Häuser auf Fischbiel während Jahren leer standen, wimmelte es in diesen von Schermäusen. In Fallen lassen sich diese unschwer fangen, und auch Fuchs und Wiesel sorgen für ihre Dezimierung. Die graue Hausmaus kommt in Fischbiel selten vor, kann aber grossen Schaden anrichten. Im Herbst flüchtet sich die kleine Waldmaus vor der Kälte. Sie ist graubraun, hat einen weissen Bauch, grosse Kulleraugen und einen langen Schwanz. Mit Speck kann man sie nicht fangen, denn sie lebt hauptsächlich vegetarisch. Das flinke, intelligente Tierchen hat einen eigentümlichen Sinn für Hunor und grelle Farben. Es dringt durch Hohlräume entlang von Wasserleitungen in die Wohnungen und nagt sich nur selten durch Holztüren und Wände. Es ist sehr kälteempfindlich und liebt deshalb durchgeheizte Häuser mit grossen Polsterlandschaften. Wie schützt man sich vor Mäuseschaden? Das Haus muss mäusesicher gebaut sein. Man schliesse möglichst alle Türen, zum Beispiel gegen die Küche, sowie die Wand schränke zum Versorgen von Duvets und Kissen. Keine Polsterlandschaften! Die Waldmaus lässt sich nur selten in Schnappfallen fangen, schon eher in den altmodischen Klappfallen. Mit Mäusegift kann man das Haus fast unbewohnbar machen: Die sterbenden Tiere verstecken sich hinter dem Täfer und erzeugen nach ihrem Tod während Jahren einen penetranten Aasgeruch. Eine gut mausende Katze vernichtet weitgehend die Mäuse, ebenso aber auch deren wichtigste Feinde, die Mauswiesel und Hermeline. Im Frühling, wenn die Mäuse sich vermehren, fehlen dann die Feinde. Allein gelassen überlebt eine Katze den strengen Winter nicht.

Suchen